Der Reimmichlkalender

Reimmichls Volkskalender hat eine fast 100-jährige Geschichte. Für das Jahr 1920 gab der Osttiroler Priester und Volksschriftsteller Sebastian Rieger  (1867-1953) zum ersten Mal den „Tiroler Volkskalender“ heraus. Er selbst war also Kalendermann der ersten Stunde und verwendete für sich selbst das Pseudonym Reimmichl. Er publizierte nahezu 200 Geschichten und etwa 60 Romane. Von ihm stammt auch der Text  zu Tiroler-Lied „Tirol isch lei oans.“ Schon nach wenigen Jahren, 1925, nahm der gleich schon erfolgreiche Kalender den Namen „Reimmichls Volkskalender“ an. So heißt er bis heute, und seit dem ersten Kalender zieren die drei Sternsingerbuben des Haller Bildhauers Josef Bachlechner seinen Umschlag – nur die Jahreszahl ändert sich. 

Der beliebte Hauskalender hat nach Ende des Zweiten Weltkrieges einen gleichnamigen Zwillingsbruder in Südtirol bekommen, dessen Titelseite übernommen und beibehalten wird. Kanonikus Michael Gamper hatte nämlich in  Absprache mit Rieger eine Südtirol-Ausgabe des „Reimmichl Volkskalenders“ erwirkt  – mit dem Ziel, die Selbstbehauptung der Südtiroler zu stärken.  

Der „Reimmichl-Kalender“ wird jedes Jahr weit über Tirol hinaus nicht nur bei Sammlern erwartet und für sein unverwechselbares Kalendarium geschätzt; auch beinhaltet er eine Vielfalt von literarischen Beiträgen sowie Artikel über Geschichte, Kultur und Gesellschaft.  

In Nordtirol ist derzeit Hans Augustin (hans.augustin@hotmail.com) Schriftleiter von „Reimmichls Volkskalender“, in Südtirol heißt der Kalendermann Georg Prader (georg.prader@athesia.it).